Brief 11

Lieber  Axel !
Die Hitze macht mich ganz fertig.  Morgens schon 30Grad bis abends und nachts keine Abkuehlung.  Das Haus ist so richtig schoen durchgeheizt.
Heute morgen versprachen dicke, graue Plusterwolken am Himmel Aussicht auf erloesendes Nass.  Ich rettete vorsorglich den Waeschestaender ins Haus und schloss die Lamellen der Holzfenster, bevor ich zum Sport ging. Jetzt bin ich zurueck  und   -  wieder schoenes Wetter !!!
 
Ich tu alles, was man so hoert, was man bei Hitze tun soll - Kreislauf auf Trab bringen, viel trinken, dies und das essen. Laufe schon als wandelnde Wassertonne rum, soviel schuette ich mir von dem fluessigen Zeug rein  -  Zitronensaft (Vitamin C), das Wasser der gruenen Kokusnuss (Mineralien), gruener Tee mit Pfefferminz- und Rosmarinblaettern aus meinem Kraeutergarten  und viel Zitrusfruechte und frische Ananas.
 
Oje, ich bin von meiner Putze verlassen worden. Gruendlich saubermachen in den Ecken und hinter den Schraenken war zuviel verlangt. Donnerstag kam sie nicht wieder. Ich am naechsten Tag sofort los mit Cristina einen Staubsauger kaufen. Kampf dem Staub  und dem an Boden, Decken und Waenden hockenden Ungeziefer,  denn jetzt bleibt die Arbeit wieder an mir haengen.  Am naechsten Morgen um 5Uhr,  bestimmt zur Freude meiner Nachbarn,  das ganze Haus von oben bis unten abgesaugt.  In 1 1/2 Stunden war ich durch.
 
Hausarbeit ist wahnsinnig aufwendig.  Es muss alles peinlich sauber gehalten werden. Jeder liegengebliebene Kruemel zieht  sofort einHeer von Ungeziefer an. Schraenke und Schubladen muessen regelmaessig auf unliebsame Besucher hin untersucht werden. Ich sag dir, manchmal koennte ich den ganzen primitiven Kram nehmen und an die Wand klatschen.
 
 Solche negativen Gedanken kommen immer besonders dann, wenn es mir mal koerperlich nicht so gut geht ... wie heute.
 
Deine
           Mom

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